1944

EMMY ZEHDEN ERMORDET

Emmy Zehden gehörte der christlichen Glaubensgemeinschaft “Ernste Bibelforscher” an, die sich später “Zeugen Jehovas” nennen. Sie war, wie alle Mitglieder der Glaubensgemeinschaft, eine entschiedene Kriegsgegnerin. Von ihren Glaubensgrundsätzen angetrieben, versteckt sie Wehrdienstverweigerer in ihrer Gartenlaube in Berlin-Gatow. Doch ihr Versteck wird entdeckt. Sie wird für ihre widerständigen Handlungen festgenommen, wegen “Wehrkraftzersetzung” zum Tode verurteilt und im Juni 1944 im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee enthauptet.

28. März 1900

 

Emmy Windhorst wird im März 1900 im westfälischen Lübbecke geboren. Ihre Eltern sind Schuhmacher. Nach der Schule arbeitet sie zunächst als Hauswirtschaftshelferin.

1918

UMZUG NACH BERLIN

Als Emmy 18 Jahre alt ist, zieht sie nach Berlin. Da ist gerade der Erste Weltkrieg zu Ende gegangen. Dort arbeitet sie ein Jahr als Kindergärtnerin in einem Haushalt und dann bei der Privatbank Löwenthal als Sekretärin. Im August 1920 kommt der Sohn ihrer Schwester Frieda in Lübbecke zur Welt. Die Eltern des kleinen Horst-Günther, genannt Horst, können sich nicht um ihn kümmern, daher kommt er zuerst zu seiner Großmutter. Doch als die Großmutter drei Jahre später verstirbt, nimmt ihn Emmy bei sich auf. Sie nennt ihn ihren “Sohn”.

1926

HEIRAT RICHARD ZEHDEN

V.l.n.r.: Richard, ein Cousin, Horst, Emmy, Mimi (eine Schwester)

Emmy lernt den eleganten Richard Zehden kennen. Seine Eltern besitzen eine Pfandleihanstalt in der Nähe der Charité. Sie sind Juden, und nehmen es Richard übel, dass er eine Christin heiraten möchte. Doch Richard, der selbst nicht besonders gläubig ist, lässt sich nicht beirren. Er schließt nicht nur Emmy, sondern auch den jungen Horst in sein Herz, und so heiraten Emmy und Richard im Jahr 1926. Die Familie zieht nach Berlin-Spandau.


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1929

Weltwirtschaftskrise

 

Die Zehdens haben finanzielle Sorgen. Richard ist als Verkäufer für ein exklusives jüdisches Kaufhaus tätig. Doch die Weltwirtschaftskrise ist jetzt auch in Deutschland angekommen. Es gibt Millionen Arbeitslose, und die Familie befürchtet, dass Richard auch entlassen werden könnte. Sie müssen Geld sparen und ziehen deswegen um, in eine kleine Wohnung in der Spandauer Franzstraße.


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1930

KONTAKT ZU "ERNSTEN BIBELFORSCHERN"

V.l.n.r.: Freundin der Familie, Emmy, Richard

Emmy legt viel Wert auf eine gesunde Ernährung und Lebensführung. Sie sucht daher regelmäßig die Gärtnerei von Otto und Jasmine Muhs im eher ländlichen Spandauer Ortsteil Staake auf. In der Gärtnerei wird aber nicht nur Gemüse angepflanzt: Sie ist ein Treffpunkt für Mitglieder der christlichen Glaubensgemeinschaft der “Ernsten Bibelforscher”, der auch die Muhs angehören. Sie tauschen dort Bücher aus und sprechen über die Inhalte. Emmy und Richard beginnen, sich dafür zu interessieren. Otto Muhs spricht oft mit ihnen über seinen Glauben. Sie werden Freunde.

24. Juni 1933

VERBOT DER "ZEUGEN JEHOVAS"

 

Bereits sehr bald nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten erfolgt das Verbot der sich nunmehr “Zeugen Jehovas” nennenden Glaubensgemeinschaft. Dabei kommt das Verbot nicht reichsweit, sondern landesweit, was bedeutet, dass das Verbot der Glaubensgemeinschaft in den einzelnen Ländern zu unterschiedlichen Zeitpunkten beschlossen wird. Für Emmy und ihre Familie ist es im Juni 1933 so weit: Im Land Preußen, und damit auch in der Hauptstadt Berlin, treten das Verbot, die Auflösung und die Vermögensbeschlagnahmung ihrer Glaubensgemeinschaft in Kraft.

1933

BEGINN DER NAZI-HERRSCHAFT

 

Die Familie lernt andere Bibelforscher kennen und wird nach und nach in die Gemeinschaft aufgenommen. In ihrer Wohnung finden kleine Versammlungen statt. Sie müssen aber sehr vorsichtig sein, denn die Versammlungen dürfen auf keinen Fall auffallen. Daher finden sie unregelmäßig statt, immer an unterschiedlichen Tagen und Uhrzeiten.

Als Zeugen Jehovas wollen die Zehdens keine Hakenkreuzfahnen am Fenster aufhängen und auch keinen “Hitlergruß” machen. Und auch zur Wahl gehen, das wollen sie nicht. Zu Beginn der Nazi-Herrschaft erklären sie ihr Verweigern damit, dass Richard Zehden Jude ist. Da wird es nicht von ihm erwartet. Ein Freund der Zehdens, der auch Zeuge Jehova und nicht zur Wahl gegangen ist, muss deswegen eine Gefängnisstrafe absitzen.

Die Verfolgung der Zeugen
Jehovas im Nationalsozialismus

Die christliche Gemeinschaft der “Ernsten Bibelforscher” gründet sich am Ende des 19. Jahrhunderts, ausgehend von der sogenannten “Bibelforscherbewegung”. Seit dem Jahr 1931 trägt sie den Namen “Zeugen Jehovas”, in Deutschland bleiben die Bezeichnungen “Bibelforscher” und “Ernste Bibelforscher” jedoch noch lange gebräuchlich. In der Zwischenkriegszeit vergrößert sich die Gemeinde in Deutschland zusehends, doch viel mehr als ca. 25.000 Menschen bekennen sich im Jahr 1933 nicht zu ihr. Das nationalsozialistische Regime betrachtet die kleine Gemeinschaft aber trotzdem als Bedrohung. Warum?

Die Zeugen Jehovas verweigern vieles, was das NS-Regime von der deutschen Bevölkerung einfordert: Den “Hitlergruß”, den Eid auf Hitler und die Wehrpflicht, die Mitgliedschaft in einer NS-Organisation wie der Hitler-Jugend, die Teilnahme an Wahlen, die Beflaggung und weiteres mehr. Ihre Weigerung hängt primär mit ihren fest verankerten, christlichen Glaubensgrundsätzen zusammen. Beispielsweise den Grundsatz der Nächstenliebe oder das biblische Tötungsverbot (“Du sollst nicht töten”) nehmen sie sehr ernst und verweigern darum auch den Kriegsdienst. Denn als Soldaten wären sie dazu gezwungen gewesen, zu töten. Den Personenkult um Hitler empfinden sie als blasphemisch und lehnen ihn deshalb ab.

Das Verbot der Zeugen Jehovas erfolgt schon sehr bald nach der Machtübernahme im Jahr 1933. Die Bedingungen für diejenigen, die heimlich weiter Mitglieder bleiben, verschlechtern sich immer weiter. Im Jahr 1935 gelten schon familiäre Zusammenkünfte mit Bibellesungen als “Aufrechterhaltung einer verbotenen Vereinigung”. Insbesondere die Wehrdienstverweigerung ist in den Augen der Nazis ein sehr schweres Verbrechen, das in der Regel mit dem Tod bestraft wird. Trotz höchstem persönlichem Risiko beharrt die überwiegende Mehrheit auf ihrer Glaubenspraxis und dem “Verkündigungsdienst”, der in der Illegalität weitergeführt wird. Der Glaube bleibt für sie ihr stärkster Antrieb.

1935

TAUFE

 

Emmy, Richard und auch Horst lassen sich taufen. Die Eltern haben es Horst selbst überlassen, ob er sich auch taufen lassen will. Er willigt ein und tritt aus der evangelischen Kirche aus. Aber die Taufe kann nicht mehr in der Öffentlichkeit geschehen. Daher wird die Familie zu Hause in der eigenen Badewanne getauft.

1937/38

RICHARD ZEHDEN IN HAFT

Richard Zehden ist als Zeuge Jehovas aufgefallen. Er wird verhaftet. Er gilt außerdem für das NS-Regime weiterhin als Jude, weshalb er besonders unnachgiebig behandelt wird. Er muss für neun Monate in Haft ins Strafgefängnis Berlin-Plötzensee. Als er nach Hause zurückkehrt, ist er arbeitslos. Sein Vorgesetzter, der Inhaber des jüdischen Kaufhauses, in dem Richard als Verkäufer gearbeitet hat, muss sein Unternehmen aufgeben. Es ist Juden jetzt verboten, ein Unternehmen zu führen.

1938

SORGERECHTSSTREIT UM HORST

 

Horsts leibliche Eltern klagen erneut auf das Sorgerecht. Doch diesmal haben die Zehdens die schlechten Karten. Das Urteil lautet, dass ein “arisches” Kind nicht von einem Juden erzogen werden dürfe. Ein Gerichtsvollzieher bringt Horst zu seinen biologischen Eltern. Aber Horst läuft davon, zurück zu Emmy und Richard. Erneut erscheint der Gerichtsvollzieher, und wieder läuft Horst weg. Der Gerichtsvollzieher kommt zum dritten Mal: Diesmal kommt Horst in ein Heim, aus dem er ebenfalls flieht. Ab diesem Zeitpunkt flieht er immer über den Balkon, sobald der Gerichtsvollzieher erscheint. Der Schulbesuch ist nicht mehr möglich. Er muss sich versteckt halten.

Der offene Brief der Zeugen Jehovas

Am 20. Juni 1937 verbreitet sich ein Flugblatt in ganz Deutschland: In einem offenen Brief positionieren sich die Zeugen Jehovas gegen die Unterdrückung ihrer Glaubensgemeinschaft und protestieren gegen die Verbrechen des NS-Regimes. Das ist natürlich sehr gefährlich für die heimlichen Mitglieder, denn das ist klar eine widerständige Handlung. Die Nationalsozialisten verschärfen die Verfolgung der Zeugen Jehovas immer weiter. Von den rund 25.000 Menschen, die sich 1933 zu den Zeugen Jehovas bekannten, werden während der NS-Gewaltherrschaft ca. 10.000 inhaftiert, davon 2.000 in Konzentrationslagern. Etwa 1.900 werden während der NS-Gewaltherrschaft ermordet.

Offener Brief kleine Version

September 1939

HORST TAUCHT UNTER

Der Krieg hat begonnen, und dann steht die Gestapo vor der Tür: Horst hat einen Einberufungsbefehl erhalten. Aus Glaubensgründen denkt er nicht einmal daran, diesem nachzukommen. Er will kein Soldat sein und dazu gezwungen werden, Menschen zu töten. “Du sollst nicht töten”, steht in der Bibel. Das ist die Maxime, die ihn antreibt. Er entscheidet sich, von nun an in der Illegalität zu leben. Das bedeutet, dass er von nun an auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen sein wird. Menschen, die ihn verstecken und ihn von ihren Lebensmittelkarten mitversorgen. Er gibt sich auch einen Decknamen: “Bubi”.


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1941/42

 

Die Familie zieht noch einmal um, nach Hohengatow, was jedoch nicht freiwillig geschieht: Die Wohnungsbaugesellschaft hat ihnen gekündigt, da sie keine Juden mehr duldet. Richard findet nur schwer Arbeit, und wenn, dann ist es Schwerstarbeit, die sehr schlecht bezahlt wird. Eine bessere Aussicht haben Juden nicht mehr. Er erhält dafür nur eine halbe Lebensmittelkarte. Horst erhält gar keine, denn er lebt ja illegal. So sind sie auf die Hilfe ihrer Gemeinde angewiesen und Emmy muss noch mehr arbeiten. Sie erhält eine Anstellung als Zeitungsausträgerin. Horst hilft ihr heimlich dabei, die Zeitungen zu verkaufen.

24. September 1942

VERHAFTUNG EMMY UND RICHARD

Emmy und Richard werden verhaftet. Sie kommen in die Untersuchungshaftanstalt in Berlin Moabit. Im April 1943 sollen beide am selben Tag in die Gestapo-Zentrale am Alexanderplatz überstellt werden, mutmaßlich zur Befragung innerhalb des Ermittlungsverfahrens. Das NS-Regime verbietet, dass die Eheleute sich dort begegnen. “Die Gefangenen sind voneinander streng getrennt zu halten”, schreibt der zuständige Funktionär am Volksgerichtshof. Emmy stellt mehrere Anträge, um Richard besuchen zu können, aber sie werden immer abgelehnt. Später wird Emmy ins Berliner Frauengefängnis in die Barnimstraße 10 gebracht.

Juni 1943

HORST UND HERMINE

Horst ist in Danzig im Untergrund als Kurier für die Zeugen Jehovas tätig. Hier trifft er auf Hermine, eine Glaubensschwester. Die beiden verlieben sich, doch ihr Glück währt nicht lange. Sie werden im Juni 1943 verhaftet. Da hat Horst vier Jahre Leben in der Illegalität hinter sich. Die Gestapo überführt ihn nach Berlin und es beginnt für ihn eine Odyssee durch verschiedene Berliner Gefängnisse: Zuerst das Gefängnis Berlin-Alexanderplatz, dann das Untersuchungsgefängnis Moabit und anschließend das Strafgefängnis Tegel.

Herbst 1943

VERURTEILUNG EMMY UND TOD RICHARD

Am 13. Oktober wird Emmy angeklagt, “als Anhängerin der Vereinigung Internationaler Bibelforscher Wehrkraftzersetzung und landesverräterische Feindbegünstigung” betrieben zu haben. Ihr wird vorgeworfen, dass sie Horst Schmidt, Gerhard Liebold und Werner Gassner dabei geholfen hat, sich der Wehrpflicht zu entziehen, in dem sie ihnen Unterschlupf und Verpflegung gewährt hat. Rund einen Monat später, am 19. November, wird Emmy vor den Volksgerichtshof gestellt und zum Tode verurteilt. Nach dem Schuldspruch wird sie zurück in das Frauengefängnis Barnimstraße gebracht. Für Emmy werden mehrere Gnadengesuche gestellt. Sogar das Frauengefängnis reicht eines ein. Man lobt darin ihre gute Führung und Selbstdisziplin. Obwohl sie gefesselt ist, muss sie weiter arbeiten. Sie stopft Strümpfe.

Richard Zehden wird ins KZ Sachsenhausen deportiert und am 5. November 1943 ermordet

9. Juni 1944

Am Morgen des Hinrichtungstags darf Emmy noch kurze Abschiedsbriefe schreiben. Sie schreibt Horst:

„Mein lieber Bub!

Leider, leider habe ich von Dir so lange nichts gehört. Ich hoffe, dass Gretchen Deine Adresse ausfindig macht, um Dir meine letzten Grüße zu schicken. Sieben Monate habe ich auf mein Gnadengesuch gewartet. Da es nun Gottes Wunsch ist, will ich den Weg gehen, so wie ihn Jesus Christus ging. Sei nicht traurig mein Jungchen. Wir werden uns bald wiedersehen. Vor allen Dingen bleibe auch Du tapfer; denn Gottes Gericht ist gerecht. Nur durch viel Trübsal kann man ins Himmelreich eingehen. An Pappi konnte ich nun nicht schreiben.

Noch so viel Liebes möchte ich Dir schreiben; aber keine Zeit mehr. Also auf Wiedersehen mein Jungchen. Was Gott tut, das ist wohl getan.
Tausend Grüße und Küsse von dieser Erde
Deine Mutti“


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30. November 1944

Horst Schmidt vor der Justizvollzugsanstalt Brandenburg-Görden, 1995

Eineinhalb Jahre nach seiner Verhaftung steht Horst als Angeklagter vor dem Volksgerichtshof. Erst hier erfährt er von Emmys Tod. Der Richter erwähnt es so nebenbei. Horst ist wie gelähmt, als er es hört, und kann der Verhandlung kaum mehr folgen. Aber es ist sowieso aussichtslos. Wegen “Wehrdienstentziehung, Wehrkraftzersetzung und illegaler Betätigung in der Internationalen Bibelforscher-Vereinigung” wird er zum Tode verurteilt.


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Solidarbeziehungen in Konzentrationslagern

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Die Zeugen Jehovas

In einem Konzentrationslager inhaftiert zu sein, bedeutet für viele Menschen, einen individuellen Überlebenskampf zu führen. Manche treffen in der Haft aber auf andere, mit denen sie sich verbunden fühlen, etwa durch ähnliche religiöse oder politische Überzeugungen. So bilden sich kleine Gruppen, deren Mitglieder sich durch ihr Gemeinschaftsgefühl gegenseitig Unterstützung und Halt geben.

Die Zeugen Jehovas fallen in den Konzentrationslagern durch ihre besonders starke Solidargemeinschaft auf. Sie teilen z.B. das wenige Essen und pflegen ihre Kranken. So beschreibt es auch Hermine Schmidt, die während des Krieges im KZ Stutthof inhaftiert war: “Aber es gab auch in diesem Lager eine Handvoll Lila Winkel. Wir hatten Liebe untereinander und die Hoffnung in unserem Herzen. Einer stand für den anderen ein, alles wurde geteilt. Dies war eine Überlebenschance, die andere nicht hatten.”


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27. April 1945

Hermine und Horst Schmidt

Doch da, wo die Geschichte seiner Mutter Emmy mit dem Tod endet, nimmt Horsts Schicksal eine ganz andere Wendung: Eines Tages wird seine Zellentür aufgerissen, und ein russischer Soldat stürmt in seine Zelle. Horst ist befreit worden. Nach dem Krieg heiratet er seine Hermine und schreibt ein Buch über die nationalsozialistische Verfolgung seiner Familie und seiner Berliner Glaubensgemeinschaft. In hohem Alter sagt Horst, die Zeugen Jehovas seien während der NS-Herrschaft keine Helden gewesen und haben auch nie welche sein wollen. Alles was sie wollten, war gemäß ihrem Glauben zu leben.

7. Mai 1992

Seit 1992 trägt der Weg, der zur Hinrichtungsstätte Plötzensee führt, den Namen Emmy-Zehden-Weg.

10. Oktober 2011

Im Oktober 2011 werden vor ihrem ehemaligen Wohnhaus in der Franzstraße 32 in Spandau-Wilhelmstadt, drei Stolpersteine für Emmy Zehden, Richard Zehden und Horst Schmidt verlegt.

Was wurde aus den anderen?

Die jungen Wehrdienstverweigerer Gerhard Liebold und Werner Gassner werden wegen Wehrkraftzersetzung zum Tode verurteilt. Sie werden im April und Mai 1943 in Brandenburg-Görden ermordet.

Jasmine Muhs wird zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt. Sie überlebt den Krieg, aber kann sich von den körperlichen und psychischen Schäden nicht wieder erholen. Sie stirbt im Jahr 1950. Otto Muhs gelingt die Flucht, während er Zwangsarbeit in einem Betrieb in Berlin-Hakenfelde leisten muss. Er kann sich bis zum Kriegsende versteckt halten und überlebt.

BILDQUELLEN

Berlin, Oranienbrücke 1925

Waldemar Titzenthaler, Oranienbrücke über den Luisenstädtischen Kanal in Berlin, 1925, gemeinfrei, online verfügbar unter wikimedia.org.

Berlin, Potsdamer Platz 1927

Willy Pragher, Der Verkehrsturm am Potsdamer Platz in Berlin, April 1927, online verfügbar unter: wikimedia.org, ohne Änderungen, Lizenz: CC-BY-3.0 Unported.

Deutsche Soldaten in Warschau 1939

German soldiers parade through Warsaw to celebrate the conquest of Poland. United States Holocaust Memorial Museum Photo Archives #09866. Courtesy of National Archives and Records Administration, College Park. Copyright of United States Holocaust Memorial Museum.

Emmy und Richard Zehden

Emmy und Richard Zehden, 1930er Jahre, Jehovas Zeugen, Archiv Zentraleuropa.

Familie Zehden

Familie Zehden, 1930er Jahre, Jehovas Zeugen, Archiv Zentraleuropa.

Häftlingsjacke

Striped prison jacket with an inverted purple triangle badge worn by Matthaeus Pibal, a Jehovah’s Witness, during his imprisonment at the Dachau concentration camp. United States Holocaust Memorial Museum Photo Archives #N00063. Courtesy of Matthaeus Pibal. Copyright of United States Holocaust Memorial Museum.

Hermine und Horst Schmidt

Hermine und Horst Schmidt, Jehovas Zeugen, Archiv Zentraleuropa.

Horst Schmidt 1945

Porträt Horst Schmidt, 1945, Jehovas Zeugen, Archiv Zentraleuropa.

Horst Schmidt 1995

Horst Schmidt vor der Justizvollzugsanstalt Brandenburg-Görden, 1995, Jehovas Zeugen, Archiv Zentraleuropa.

Horst Schmidt 1995

Horst Schmidt vor der Justizvollzugsanstalt Brandenburg-Görden, 1995, Jehovas Zeugen, Archiv Zentraleuropa.

Lila Winkel

JW Armband, gemeinfrei, online verfügbar unter: commons.wikimedia.org.

Mahntafel

Mahntafel für Zeugen Jehovs im KZ Mauthausen, Oberösterreich, gemeinfrei, online verfügbar unter: commons.wikimedia.org.

SA Aufmarsch

An SA march in a German city before the Nazi seizure of power. United States Holocaust Memorial Museum Photo Archives #24483. Courtesy of Bud Tullin. Copyright of United States Holocaust Memorial Museum.

Schlagzeile “Hitler Dead”

American soldiers read of Hitler’s death in an „extra“ edition of „Stars and Stripes.“ Pictured left to right: Pfc. Leonard A. Davis, Pfc. Richard Webster, Pfc. Julian Bellavance, and Pfc. Lex Hall. United States Holocaust Memorial Museum Photo Archives #26299. Courtesy of National Archives and Records Administration, College Park. Copyright of United States Holocaust Memorial Museum.

Stolpersteine Familie Zehden

Koordinierungsstelle Stolpersteine Berlin, Stolpersteine für Richard und Emmy Zehden und Horst Schmidt, online verfügbar unter: stolpersteine-berlin.de.

Straßenschild Emmy-Zehden-Weg

Gleis 69 e.V., Straßenschild an der Ecke Hüttigpfad, online verfügbar unter gleis69.de.

PRIMÄRQUELLEN

Abschiedsbrief

Abschiedsbrief Emmy Zehden, 09.06.1944, Jehovas Zeugen, Archiv Zentraleuropa.

Brief des Landgerichtsdirektors

Brief des Landgerichtsdirektors, Volksgerichtshof, an das Untersuchungsgefängnis vom 19.11.1943, Gefangenenakte der Emmy Zehden (geb. 28.03.1900, hingerichtet am 09.06.1944) wegen Wehrkraftzersetzung, Landesarchiv Berlin, A Rep. 365, Nr. 146.

Gestapo München

Gestapo München, Anordnung der Schutzhaft gegen Bibelforscher, 19.05.1937, Seite 1, gemeinfrei, online verfügbar unter: wikimedia.org.

Gestapo München

Gestapo München, Anordnung der Schutzhaft gegen Bibelforscher, 19.05.1937, gemeinfrei, Seite 2, online verfügbar unter:
wikimedia.org.

Haftnachweis Horst Schmidt

Haftnachweis Horst Schmidt, BLHA, Rep.29 Zuchthaus Brandenburg Nr. Do. 4.

Mitteilung des Oberreichsanwalts

Mitteilung des Oberreichsanwalts an den Herrn Vorstand beim Kriminalgericht vom 13.04.1943, Gefangenenakte der Emmy Zehden (geb. 28.03.1900, hingerichtet am 09.06.1944) wegen Wehrkraftzersetzung, Landesarchiv Berlin, A Rep. 365, Nr. 146.

Zeitungsverkäuferin

National Photo Company Collection, Germany. Women newspaper dealers, Berlin, 1908-1919, gemeinfrei, online verfügbar unter: loc.gov.

Machtübernahme Hitlers

Sennecke, Robert, Machtübernahme Hitlers, 30. Januar 1933, Bundesarchiv, Bild 146-1972-026-11, online verfügbar unter: wikimedia.org, Lizenz: CC-BY-SA 3.0.

Studenten vor dem Institut für Sexualwissenschaft

German students parade in front of the Institute for Sexual Research prior to their raid on the building. The students occupied and pillaged the Institute, then confiscated the Institute’s books and periodicals for burning. United States Holocaust Memorial Museum Photo Archives #01625. Courtesy of National Archives and Records Administration, College Park. Copyright of United States Holocaust Memorial Museum.

Boykott des jüdischen Kaufhaus Tietz

An SA picket stands in front of the Jewish-owned Tietz department store wearing a boycott sign that reads: „Germans defend yourselves; don’t buy from Jews!“ United States Holocaust Memorial Museum Photo Archives #11300. Courtesy of National Archives and Records Administration, College Park. Copyright of United States Holocaust Memorial Museum.

WEITERE FÄLLE

Karlrobert
Kreiten

Willi
Heckmann

Maria
Potrzeba