1945

ILSE HEINRICH BEFREIT

Ilse Heinrichs Familie lebt in einfachen Verhältnissen in der Nähe von Wismar, die Kinder müssen auf dem Feld helfen. Ilses Wunsch, nach der Schule Säuglings- oder Schiffsschwester zu werden, erfüllt sich nicht. Sie muss ihr Zuhause verlassen und in der Landwirtschaft arbeiten. Ilse flieht immer wieder von dem Bauernhof, wird geschnappt und zurückgebracht. Aus nationalsozialistischer Sicht gilt Ilse als „arbeitsscheu“ und „asozial“. 1943 kommt sie in das Arbeitshaus in Güstrow in Mecklenburg, 1944 in das KZ Ravensbrück. Bei der Befreiung Ravensbrücks wird die schwer kranke Ilse vergewaltigt. Aber sie überlebt.

17. Juli 1924

Ilses Eltern Anna und Karl

Ilse Heinrich, geb. Zietz, wird am 17. Juli 1924 in Hornstorf bei Wismar geboren. Sie wächst in einfachen Verhältnissen auf. Die leibliche Mutter stirbt an Tuberkulose, als Ilse noch ein kleines Kind ist. Heute ist die Infektionskrankheit, die vor allem die Lunge befällt, gut behandelbar – zumindest dort, wo die Menschen Zugang zu einem funktionierenden Gesundheitssystem haben. Doch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sterben auch in Deutschland noch viele Menschen an Tuberkulose. Der Tod der Mutter trifft Ilse hart. Ilses Verhältnis zu der Frau, die der Vater nach dem Verlust seiner Frau heiratet – Ilses Stiefmutter – , ist kein einfaches. In der Rückschau sagt Ilse, ihr habe die „Mutterliebe“ gefehlt. Früh müssen die Kinder der Familie auf dem Feld mitarbeiten.

1939

Ilses Mutter Anna mit Sohn Walter

Ilse beendet die Schule. Doch ihr Traum, in die Stadt zu gehen und Säuglingsschwester oder Schiffsschwester zu lernen, erfüllt sich nicht. Nur Ilses Bruder darf nach der Schule eine Lehre machen und fährt zur See. Ilses zweiter Bruder Walter fällt als Soldat im Zweiten Weltkrieg.

1939 – 1943

Das Gebäude der ehemaligen Jugendarrestanstalt, hier 2015, wurde seit 1935 als Gefängnis genutzt.

Ilse muss ihr Zuhause verlassen und auf einem fremden Bauernhof arbeiten. Durch Flucht versucht sie, diesen Arbeits- und Lebensverhältnissen zu entkommen. Sie wird aber immer wieder von der Kriminalpolizei aufgegriffen und auf einen Bauernhof gebracht, um zu arbeiten. Als sie zum wiederholten Mal von der Polizei aufgegriffen wird, kommt sie in das Gefängnis in Wismar. An diese Lebensphase erinnert sich Ilse später: “Dann bin ich beim Bauern immer ausgerissen, ich wurde laufend von der Kriminalpolizei wieder kassiert, wurde wieder zum Bauern geschickt, und so ging das hin und her. Damit ich leben konnte, bin ich in der Zeit immer bei einer Familie untergeschlupft, die hatte zehn Kinder, die Frau hat mir Essen gegeben und alles, und so ging das die ganzen Jahre, hin und her, ein paar Monate gesessen, dann wieder zum Bauern und wieder weg, also immer hin und her. Das nannte man dann ja arbeitsscheu, so, als wollte ich nicht arbeiten.”

Verfolgung von „Asozialen“ im
Nationalsozialismus

Schwarzer Winkel unbenutzt

Diesen unbenutzten „schwarzen Winkel“ fand ein amerikanischer Soldat nach der Befreiung des KZ Buchenwald.

Im Nationalsozialismus galten Menschen, die als “unfähig” oder “unwillig” eingestuft wurden, sich in die herrrschenden Arbeits- und Lebensverhältnisse einzufügen, als „Arbeitsverweigerer“. Sie wurden als „arbeitsscheu“ bezeichnet und als „Asoziale“ in Einrichtungen zur Zwangsarbeit eingewiesen. 1943 reichten schon geringe Abweichungen vom erwarteten Arbeitsverhalten, um in eine Einrichtung zur Zwangsarbeit eingewiesen zu werden. Das trifft auch Ilse.

1943

Ilse kommt in das Landesarbeitshaus im mecklenburgischen Güstrow. Meistens müssen Ilse und die anderen Inhaftierten auf den Feldern der umliegenden Güter arbeiten, manchmal werden sie aber auch für Arbeiten in Privathaushalten eingeteilt, wo sie dann zum Beispiel im Garten arbeiten müssen. Später erinnert sich Ilse so an ihre Erlebnisse im Arbeitshaus in Güstrow:

Ilse berichtet über ihre Erlebnisse im
Arbeitshaus Güstrow

„Ins Arbeitshaus gebracht hat mich die Kriminalpolizei, die war ja auch schon so eine halbe Gestapo, aber das war Kriminalpolizei. In deren Augen galt ich als arbeitsscheu, Rumtreiberin, oder was. Ja, so kam ich 1943 ins Arbeitshaus nach Güstrow in das Schloss. Jeden Morgen sind wir geschlossen marschiert aufs Feld zum Bauern. Das Bild habe ich heute immer noch vor Augen, wie wir über diese Schloßbrücke marschiert sind. Wir hatten unseren schwarzen Rock mit weißer Schürze an. Das weiß ich noch, die haben wir uns immer, wenn wir die gewaschen hatten und die ein bißchen trocken war, dann haben wir die nachts uns untern Hintern gelegt, so schön glatt gestrichen, da war die morgens gebügelt, im wahrsten Sinne des Wortes geplättet. Wie eine schwarze Kluft war das, mit weißer Schürze und weißem Kopftuch, und so sind wir denn immer rausmarschiert zum Kommando.

ARBEITSALLTAG

Das beste war immer, wenn wir rausgesucht wurden, du gehst morgen zu Frau Lehmann oder so – privat, dann haben wir uns schon gefreut. Da gab es was zu essen, ein bißchen mehr zu essen. So schlecht war das Essen im Arbeitshaus nicht. Es gab zwar auch viel Kohlrübensuppe, aber es war doch nicht so hart wie im KZ später. […] Wenn wir nicht privat gegangen sind, haben wir Feldarbeit verrichtet auf so großen Gütern außerhalb. Aufseher sind ja immer mit dabei gewesen, manche von uns sind auch stiften gegangen, aber die haben sie wieder gekriegt und dann gab das schweren Kellerarrest. Die Idee abzuhauen ist mir nicht gekommen. Um Gottes Willen, denn ich habe ja gesehen, wie die da unten in den Kerker kamen, in diese Dunkelzelle im Schloss.“

ILSE HEINRICH IM INTERVIEW
2011

Das Landesarbeitshaus im Schloss Güstrow

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Im Schloss Güstrow, einem der wichtigsten Renaissanceschlösser in Nordeuropa, besteht schon seit dem 19. Jahrhundert eine Einrichtung für Arbeits- und Heimatlose. In der Weimarer Republik wird das „Landesfürsorge- und Arbeitshaus“ ausgebaut. Die Nationalsozialisten nutzen die Einrichtung für ihre Zwecke: Die Fürsorgebehörde weist vor allem „Korrigenden“ aufgrund des §20 Reichsfürsorgeverordnung zur Zwangsarbeit ein. Die Nationalsozialisten entgrenzen im Laufe der Jahre die Funktion von Einrichtungen wie des Güstrower Arbeitshauses. Sie nutzen sie, um aus der „Volksgemeinschaft“ ausgegrenzte Menschen zu kontrollieren, zu erfassen und in die Konzentrationslager zu deportieren. Auch nach 1945 besteht in Güstrow eine Einrichtung für Frauen, die aus Sicht der sowjetischen Besatzungsmacht als „geschlechtskrank“ oder als ledige Mütter auffallen. Erst 1950 wird sie geschlossen. Bis 1963 beherbergt das Schloss ein Altenheim.

August 1944

Ansicht vom Barackenlager des KZ Ravensbrück, um 1940

Im August 1944 muss Ilse ihre Sachen packen. Sie hofft, nach Hause zu kommen. Ilse marschiert mit anderen zum Bahnhof. Als sie in die Waggons einsteigen, ahnen sie nicht, wohin die Reise geht: Das Ziel der Fahrt ist Fürstenberg an der Oberhavel im Norden des heutigen Bundeslandes Brandenburg. Von dort geht es dann direkt in das nahegelegene KZ Ravensbrück, das größte Konzentrationslager für Frauen. Bei ihrer Ankunft muss sich Ilse entkleiden, ihre Haare werden geschoren und sie erhält ihre Häftlingskleidung. Diese Vorgehensweise gehört zur nationalsozialistischen Praxis in den KZ. Es geht darum, die Inhaftierten, die nicht in die nationalsozialistische „Volksgemeinschaft“ passen, sofort bei ihrer Ankunft zu erniedrigen und ihnen ihre Würde und Identität zu nehmen.


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August 1944 - April 1945

Häftlingsarbeit in der Schneiderei des KZ Ravensbrück, 1941/42

Ilse lebt in einer überfüllten Baracke mit anderen Frauen, sie friert und muss schwer arbeiten. Die Essensrationen reichen nicht aus, Ilse hungert. Als sie dabei erwischt wird, wie sie eine Kartoffel aus einer Mülltonne entwendet, wird sie bestraft. Eine weitere Facette des nationalsozialistischen Terrors zeigt sich in Ilses Strafe: Der hungernden Ilse wird tagelang das Abendessen entzogen und sie muss in der Ecke stehend den Anderen beim Essen zuschauen.


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April 1945

Zeichnung von Violette Lecoq

Schließlich erkrankt Ilse schwer und kommt in das Krankenlager. Als die Front immer näherkommt, befiehlt der Reichsführer SS Heinrich Himmler die Räumung des Lagers. In mehreren Kolonnen werden tausende Häftlinge aus dem Konzentrationslager Ravensbrück in Richtung Nordwesten getrieben. Ilse, die an Typhus leidet, zählt zu den Häftlingen, die zurückgelassen werden, weil sie zu schwach sind. Eine Krankenschwester kümmert sich um Ilse. Soldaten, die im Konzentrationslager eintreffen, vergewaltigen die beiden Frauen. Es sind noch circa 2.000 schwer kranke Menschen im Konzentrationslager, als die Rote Armee am 30. April 1945 das Konzentrationslager Ravensbrück erreicht.

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Ilse Heinrich berichtet über ihre Erlebnisse im KZ Ravensbrück

„Gleich hinter dem Tor war das Bad, so wurde das genannt, da wurden uns die Haare runtergeschoren, die Klamotten ausgezogen, und dann kriegten wir unsere gestreiften Kleider an, die Nummer drauf – wir waren ab dann ja nur noch eine Nummer. Dann kamen wir zu unserem Block. […] Und wenn es dann mal ein bißchen wärmer wurde, ging die Uhle los, dann mußten wir Appell stehen. Manchmal mitten in der Nacht. Appell stehen, zwei Stunden in der Kälte. Die wollten uns mit der Kälte, mit der Arbeit und dem Hunger kaputtmachen. Es ist wirklich ein großes Wunder, wenn das jemand überstanden hat. […]

Ich weiß gar nicht mehr, wie lange das dann ging, ich wurde sehr schwer krank und kam dann ins Krankenrevier. Da kriegte ich dann Spritzen, mein Körper nahm ja kein Essen mehr an. Als ich im Revier eingeliefert wurde, die Zustände da, das kann man sich gar nicht vorstellen. Aus meinem Bett war gerade eine Tote rausgetragen worden, und man legte mich dann auf den durchnässten Strohsack. Aber mir war da auch schon alles egal. Wäre die Rote Armee einen Monat später gekommen, dann wär‘ ich heute nicht mehr am Leben.“

Im Bild zu sehen sind die Überlebenden Ilse Heinrich, Charlotte Kroll und Batsheva Dagan nach der Kranzniederlegung zum 71. Jahrestag der Befreiung des KZ Ravensbrück, 2016.

1945 - 1951

Ilse hat das Frauenkonzentrationslager in Ravensbrück überlebt. Doch zu Hause ist sie nicht willkommen. Es beginnt für Ilse eine Zeit ohne feste Bleibe. Die junge Frau muss sich behaupten, widrigen Umständen trotzen und mit den Herausforderungen zurechtkommen, die das Leben für sie bereithält. Doch es verlässt sie nicht der Mut. 1948 arbeitet sie als Küchenhilfe im Schloss Güstrow, dort wo sie bereits 1943 war.

1951

Weltfestspiele der Jugend und Studenten, Eröffnungsfeier in Berlin 1951

1951 – dem Jahr, in dem in Berlin die Weltfestspiele der Jugend und Studenten stattfinden – kommt Ilse nach Berlin. Sie lernt einen Mann kennen, den sie heiratet. Sie leben in West-Berlin. Erst in Berlin kommt Ilse zur Ruhe. Was sie erlebt hat, kann Ilse zwar nicht vergessen. Doch sie sehnt sich nach einem normalen Leben – mit ihrer Familie, ihrem Mann, ihren Kindern Sylvia, Werner und Christina, ihrem Auskommen.

2010

Ilse und ihre beste Freundin Charlotte Kroll, beide Überlebende des KZ Ravensbrück

Ilse Heinrich und Charlotte Kroll, die wie Ilse im Frauenkonzentrationslager in Ravensbrück war, erhalten im Potsdamer Landtag den Verdienstorden des Landes Brandenburg. Es ist eine Anerkennung, die sie als Überlebende und Zeitzeug:innen würdigen soll.

2015

Ilse Heinrich und der damalige Bundespräsident Joachim Gauck auf dem Bürgerfest im Schloss Bellevue, 2015

Wenige Jahre später, im Mai 2015, erhält Ilse außerdem das Bundesverdienstkreuz am Bande, auf das sie sehr stolz ist und das sie gerne mitbringt, wenn sie Schüler:innen von ihrer Geschichte erzählt.

31. August 2023

Ilse Heinrich stirbt im Alter von 99 Jahren in Berlin.

Entschädigung

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Ilse Heinrich fällt mit ihrer Verfolgtenbiografie als „Arbeitsscheue“ lange nicht in den Personenkreis, der Anspruch auf eine Entschädigung hat. Die als „asozial“ Verfolgten teilten damit das Schicksal anderer Verfolgtengruppen wie der Homosexuellen oder der Deserteure. Gemeinsam war diesen Menschen, dass sie auch nach 1945 vielen Vorurteilen in der Mehrheitsgesellschaft ausgesetzt waren. 1987 nimmt Ilse den Kampf um eine Entschädigung auf, nachdem sie in der Zeitung einen Artikel zur Möglichkeit einer Entschädigung für Opfer der nationalsozialistischen Willkür gelesen hat. Wie ihre Leidensgenoss:innen muss Ilse auf diesem Weg viele bürokratische Hürden nehmen. Sie erhält zunächst eine Einmalzahlung. Nach der deutschen Einheit bekommt Ilse aus dem Landeshauptarchiv in Schwerin Nachweise, die ihre Haft in Güstrow und Ravensbrück belegen. Es ist die Voraussetzung, um als Verfolgte eine Rente zu erhalten. Das Berliner Gesetz über die Anerkennung und Versorgung der politisch, rassisch oder religiös Verfolgten regelt dann die Rentenzahlungen an Ilse. Anfang der 2000er Jahre bekommt sie ebenfalls Geld aus dem Fonds zur Entschädigung für NS-Zwangs- und Sklavenarbeit.

Ilse über ihren langen Weg zur Anerkennung

„Also, ich muss sagen, von 1939 bis 1951 die Weltfestspiele, das waren meine schrecklichsten Jahre im ganzen Leben. […] Und dann steht an einem Tag in der Zeitung, es gäbe eine Entschädigung. Aber da müsste man genau die Nummer wissen. Aber wer weiß heute noch seine Nummer? Ich weiß zwar noch die hohe Zahl, aber nicht mehr genau meine Häftlingsnummer. Und es sind ja auch so viele Unterlagen vernichtet worden. Seit 1987 kämpfe ich dafür, etwas Geld zu bekommen. Da war ein Artikel in der Zeitung hier in Berlin, die über eine Stiftung für Opfer der NS-Willkür schrieben [sic!]. Da dachte ich, ich werde mich mal melden, das ist doch deine Sache. Gehe ich da hin, und die Frau dort sagt mir, ja da müssen Sie Zeugen haben oder die Nummer wissen. Aber wo sollte ich Zeugen herhaben, 1987, ich kannte doch niemanden mehr, und außerdem die Mauer, ich stand ja mit Wismar nicht in Verbindung.

DIE BEWEISE LIEGEN HINTER DER BERLINER MAUER

Aber ich habe ihr einiges erzählt von meinen Erlebnissen in Ravensbrück, konnte mich an Namen der SS-Aufseher erinnern, meine Arbeit in den verschiedenen Kommandos. Da haben die sich gesagt, die Frau weiß so viel, da muss ja was dran sein. So bekam ich eine einmalige Abfindung von 1.000 DM, aber eine monatliche Entschädigungsrente bekam ich nicht.

Nach dem Fall der Mauer bin ich nach Ravensbrück gefahren, wollte mir alles ansehen und auch fragen, ob es noch Unterlagen gibt. Die Mitarbeiterin in der Pforte gab mir dann den Tipp. “Von woher sind sie denn nach Ravensbrück gekommen?” Ja, und dann bin ich nach Güstrow gefahren und habe dort gefragt, ob sie noch Unterlagen haben. Die sagten, das ist alles im Archiv in Schwerin. Als ich dann da war, haben sie die Akten von Ludwigslust bestellt. Ich sagte zu der Archivarin, in der nächsten Woche komme ich wieder. Aber ich brauchte nicht mehr hinfahren. Dieses Dokument, das ich brauchte, hatte sie mir prompt zugeschickt. Jetzt konnte ich beweisen, dass ich im Arbeitshaus war und von dort aus auf Transport nach Ravensbrück gekommen bin. Seit letztem Sommer habe ich nun die Anerkennung als Verfolgte des Naziregimes bekommen, und durch die Zahlung kann ich meine kleine Rente aufbessern, ohne dass ich noch zum Sozialamt muss. Der Ausweis mit der Anerkennung liegt in meiner Brieftasche mit den anderen Papieren.“

Erinnerungsarbeit

Ilse Heinrich setzt sich für die Erinnerung an das Schicksal der von den Nationalsozialisten als „arbeitsscheu“ und „asozial“ verfolgten Menschen ein, indem sie ihre eigene Geschichte erzählt. Dabei spielen die Interviews, die sie der Pädagogin, Historikerin und Leiterin der Bildungsabteilung der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg Dr. Christa Schikorra seit den 1990er Jahren gibt, eine wichtige Rolle. 2011 berichtet Ilse Heinrich im Rahmen des Projekts „Sprechen trotz allem“ der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas von ihrem Schicksal. Ilse knüpft Kontakte zu anderen Frauen, die das Frauenkonzentrationslager Ravensbrück überlebten, und engagiert sich in der Erinnerungsarbeit der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück. Auch im hohen Alter bringt sie sich aktiv in Zeitzeugenbegegnungen zum Beispiel mit Schülerinnen und Schülern ein.

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Autorin: Dr. Ann-Katrin Thomm

WEITERE FÄLLE

Maria
Potrzeba

Alfred
Wödl

Eleonore "Lore"
Wolf

Władek
Zarembowicz

Natalija
Radtschenko

Ludwig
Baumann

Ilse
Totzke

WÖRTLICHE ZITATE

Ilse Heinrich wurde wörtlich zitiert nach: Christa Schikorra: Kontinuitäten der Ausgrenzung. „Asoziale“ Häftlinge im Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück, Berlin 2001 (Dokumente, Texte, Materialien/ Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin, Bd. 41), S. 28f; 118f; 243f. Angepasst an die aktuelle deutsche Rechtschreibung.

SEKUNDÄRLITERATUR

Wolfgang Ayaß: „Asoziale“ im Nationalsozialismus. Überblick über die Breite der Maßnahmen gegen soziale Außenseiter und die hieran beteiligten Stellen, in: „minderwertig“ und „asozial“. Stationen der Verfolgung gesellschaftlicher Außenseiter, Zürich 2005, S.51-64.

Deutscher Bundestag, 19. Wahlperiode, Drucksache 19/14342 vom 22.10.2019. Antrag der Fraktionen von CDU/CSU und SPD. Anerkennung der von den Nationalsozialisten als „Asoziale“ und „Berufsverbrecher“ Verfolgten, in: https://dserver.bundestag.de

Christa Schikorra: Kontinuitäten der Ausgrenzung. „Asoziale“ Häftlinge im Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück, Berlin 2001 (Dokumente, Texte, Materialien/ Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin, Bd. 41).

Christa Schikorra: Schwarze Winkel im KZ. Die Haftgruppe der „Asozialen“ in der Häftlingsgesellschaft, in: „minderwertig“ und „asozial“. Stationen der Verfolgung gesellschaftlicher Außenseiter, Zürich 2005, S. 105-126.

Gespräch von Christa Schikorra mit der Zeitzeugin Ilse Heinrich, in: Sozialrassistische Verfolgung im deutschen Faschismus. Kinder, Jugendliche, Frauen als sogenannte „Asoziale“. Schwierigkeiten beim Gedenken, hg. v. Anne Allex, Neu-Ulm 2017, S. 217-232.

Dirk Stegemann: „Arbeitsscheu“ und „asozial“, in: Sozialrassistische Verfolgung im deutschen Faschismus. Kinder, Jugendliche, Frauen als sogenannte „Asoziale“. Schwierigkeiten beim Gedenken, hg. v. Anne Allex, Neu-Ulm 2017, S. 35-41.

Heike Zbick: Die Rolle der Fürsorge im Nationalsozialismus am Beispiel der „Asozialenpolitik“, in: Sozialrassistische Verfolgung im deutschen Faschismus. Kinder, Jugendliche, Frauen als sogenannte „Asoziale“. Schwierigkeiten beim Gedenken, hg. v. Anne Allex, Neu-Ulm 2017, S. 42-99.

„Das hieß arbeitsscheu“. Ilse Heinrich. Aus einem Interview mit Christa Schikorra, bpb.de

Diana Pieper: Die vergessenen Verfolgten, taz.de

Lebensgeschichtliches Interview von Ilse Heinrich, sprechentrotzallem.de

Interview mit Ilse Heinrich im Videoarchiv „Die Frauen von Ravensbrück“, aus der Sammlung der Filmemacherin Loretta Walz: videoarchiv-ravensbrueck.de

Zum Thema Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück: ravensbrueck-sbg.de

Zum Thema „Wiedergutmachung“: archivportal-d.de

Zum Thema Entschädigung von Zwansgarbeiter_innen: stiftung-evz.de

BILDQUELLEN

50 Jahre Gedenkstätte Ravensbrück, Foto-Nr. 2009/1166.

50 Jahre Gedenkstätte Ravensbrück. Lesungen, Vorträge und Diskussionen zur
Nachkriegsgeschichte des Frauen-Konzentrationslagers im Beisein der Überlebenden Ilse
Heinrich und Charlotte Kroll; 13. September 2009
Fotografin: Britta Pawelke, Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück, Foto-Nr. 2009/1166.

73. Jahrestag der Befreiung, Foto-Nr. 2022/1625.

73. Jahrestag der Befreiung des Frauen-KZ Ravensbrück – Gedenken und Theateraufführung „Nicht Vergessen!“ auf dem Gelände des ehemaligen Jugend-KZ Uckermark.
Veranstalterin: Initiative für einen Gedenkort ehemaliges KZ Uckermark e.V. / Netzwerk und das Theaterbündnis Blumenstrauß e.V, 21. April 2018.
Die Überlebende Ilse Heinrich während der Veranstaltung. Sie steckt eine Blume in dasDenkmal.
Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück
Museologische Dienste – Fotothek
30.11.2022
Fotograf: Eberhard Schorr, Berlin, Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück, Foto-Nr. 2022/1625.

Ansicht vom Barackenlager

Ansicht vom Barackenlager des Frauen – KZ Ravensbrück mit Barackenreihen 1 bis 3 und
Lagerstraße 1; vorn das Dach des Garagentraktes, dahinter die Schornsteine der
Häftlingsküche, um 1940
Fotograf/in unbekannt, Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück, Montage aus den Fotos-Nr.
1642 und 1643.

Berlin, Kudamm

Gorovits, Henryk, Berlin, Kudamm, Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis Kirche, Juli 1945, Bundesarchiv, Bild 204-003, online verfügbar: commons.wikimedia.org, Lizenz: CC-BY-SA 3.0.

Häftlingsarbeit Schneiderei

Häftlingsarbeit in der Schneiderei, 1941/42
Fotograf:in unbekannt, Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück, Foto-Nr. 1679.

Ilse Heinrich, Charlotte Kroll und Batsheva Dagan, Foto-Nr. 2016/359.

Die Überlebenden Ilse Heinrich, Charlotte Kroll und Batsheva Dagan aus Israel nach der
Kranzniederlegung am Mahnmal „Tragende“ zum 71. Jahrestag der Befreiung des Frauen-KZ
Ravensbrück, 17. April 2016
Fotografin: Britta Pawelke, Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück, Foto-Nr. 2016/359.

Ilse Heinrichs Eltern

Anna und Karl Zietz, Privatbesitz.

Ilse Heinrichs Mutter mit Sohn Walter

Anna Zietz mit Sohn Walter, Privatbesitz.

Ilse Heinrich und Joachim Gauck

Ilse Heinrich und Joachim Gauck, Privatbesitz.

Jugendarrestanstalt Wismar

Marcel Rogge, Jugendarrestanstalt Wismar, 2015, online verfügbar: commons.wikimedia.org, Lizenz: CC BY-SA 4.0.

KZ Ravensbrück, Zwangsarbeiterinnen

Autor:in unbekannt, KZ Ravensbrück, Zwangsarbeiterinnen, 1939, Bundesarchiv, Bild 183-1985-0417-15, online verfügbar unter: commons.wikimedia.org, Lizenz: CC-BY-SA 3.0.

Porträt Ilse Heinrich 1947

Porträt Ilse Heinrich 1947, mit freundlicher Genehmigung Christina Moik.

Schloss Güstrow

Harke, Schloss Güstrow, 2008, gemeinfrei, online verfügbar unter: commons.wikimedia.org

Schwarzer Winkel

Unused black triangle concentration camp patch found by a US military aid worker. Object, Accession Number: 1989.295.11. United States Holocaust Memorial Museum Collection, Gift of Milton L. Shurr.

Weltfestspiele der Jugend, Eröffnungsfeier

Horst Sturm, Berlin, III. Weltfestspiele, Eröffnungsfeier, Berlin 05.08.1951, Bundesarchiv, Bild 183-11500-1062, online verfügbar: commons.wikimedia.org, Lizenz: CC-BY-SA 3.0.

Wismar, Alter Hafen

Autor:in unbekannt, Wismar, Alter Hafen, 1930, Bundesarchiv, B 145 Bild-P028558, online verfügbar: commons.wikimedia.org, Lizenz: CC-BY-SA 3.0.

Zeichnung Violette Lecoq

Reproduktion aus Violette Lecoq: Témoignages – 36 Dessins à la plume, Paris 1948; Verbleib des Originals unbekannt.

Zeitzeugengespräche, Foto-Nr. 2007/470.

Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus – Zeitzeugengespräche mit den
Ravensbrückerinnen Ilse Heinrich und Charlotte Kroll sowie Schülern aus Wittstock, 27.
Januar 2006
Fotografin: Britta Pawelke, Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück, Foto-Nr. 2007/470.

Hinweis: Trotz großer Recherchebemühungen ist es uns nicht gelungen, für einige der verwendeten Bilder Urheber bzw. Rechteinhaber ausfindig zu machen. Sollten Sie Rechte an einem der verwendeten Bilder innehaben, melden Sie sich bitte bei uns unter info@nsberatung.de.

ZUSÄTZLICH VERWENDETES QUELLENMATERIAL AUF UNSEREN SOCIAL MEDIA KANÄLEN

Blick auf das ehemalige KZ-Gelände

Blick auf das ehemalige KZ-Gelände mit Lagerstraße 1, vorn so genannter Appellplatz und die
Barackenreihen 1 und 2 mit militärischen Überbauungen; von der ehemaligen SS –
Kommandantur ausgesehen; vorn das Dach der ehemaligen Garagen, 1995
Fotograf: Heinz Heuschkel, Berlin; Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück, Foto-Nr. 96/431.

Ilse Heinrich als Kind

Ilse Heinrich um 1925, Privatbesitz.

Ilse Heinrich und Joachim Gauck

Ilse Heinrich und Joachim Gauck, Privatbesitz.

Wismar, Markt mit Marienkirche

Autor:in unbekannt, Wismar, Markt mit Marienkirche, 1930, Bundesarchiv, B 145 Bild-P028652, online verfügbar: wikimedia.org, Lizenz: CC BY-SA 3.0.