ÜBER DIE KAMPAGNE

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Der Bundesverband Information & Beratung für NS-Verfolgte e.V. hat das vom Bundesministerium der Finanzen geförderte Projekt #ZumFeindGemacht im 30. Jahr seines Bestehens und im Gedenkjahr der Wiedergutmachung 2022 ins Leben gerufen. Anlass waren zwei Jubiläen zentraler Ereignisse der Nachkriegsgeschichte: 70 Jahre Luxemburger Abkommen, die erste Wiedergutmachungsvereinbarung mit dem Staat Israel, und 30 Jahre „Article 2 Funds”, der jüdischen Überlebenden in Osteuropa erstmalig Entschädigungsleistungen ermöglichte.

Seit Februar 2024 ist #ZumFeindGemacht eingebunden in das Themenportal “Wiedergutmachung nationalsozialistischen Unrechts”. Dort entsteht in den nächsten Jahren und Jahrzehnten ein Portal für Forscher:innen, Multiplikator:innen und Nachkommen von Verfolgten. Durch die Zusammenarbeit der Archive in Bund und Ländern wird es Zugriff auf die gesamte Geschichte der Wiedergutmachung bieten. Das Bundesministerium der Finanzen hat das Themenportal im Rahmen seiner Folgeaufgaben Wiedergutmachung initiiert. Es wird koordiniert vom Bundesarchiv.

Wer wurde zum Feind gemacht?

Heutzutage wissen die meisten Menschen, dass Jüdinnen und Juden sowie Sinti:zze und Rom:nja verfolgt wurden – doch es gab noch viele andere, die aus ganz unterschiedlichen Gründen verfolgt, in Gefängnissen und Konzentrationslagern eingesperrt, zwangssterilisiert, gefoltert oder ermordet wurden. Wir zeigen, wer die Menschen waren, die verfolgt wurden.

Was machte sie in den Augen der Nazis zum Feind? Und erhielten sie dafür nach dem Krieg Wiedergutmachungsleistungen? Auf einer eigenen Webseite und auf den Social Media-Kanälen bei Instagram, Tiktok, Facebook und Threads erzählt #ZumFeindGemacht ihre Lebensgeschichten und klärt über die historischen Hintergründe auf.

Für Freiheit, Demokratie und eine
offene Gesellschaft

#ZumFeindGemacht erzählt die Geschichten von Menschen, die wegen ihrer sexuellen Orientierung verfolgt wurden oder weil sie psychisch krank waren, weil sie die „falsche“ Hautfarbe hatten, weil sie ihre politischen Überzeugungen nicht aufgeben wollten oder einfach nur, weil sie zur falschen Zeit am falschen Ort ihre Meinung gesagt haben.

Die Zeit, in der das möglich war, ist noch gar nicht so lange her. Freiheit und Demokratie, eine offene und bunte Gesellschaft sind keine Selbstverständlichkeit. Sie beruhen auf Werten, die wir verteidigen müssen – jeden Tag und mit allen unseren Kräften.

Autor:innen: Lena Knops, Alina Besser, Sarah Frecker