1945

INGELORE PROCHNOW BEFREIT

Ingelore als Jugendliche.

Ingelore Prochnow ist Überlebende der NS-Verfolgung. Davon weiß sie jedoch lange nichts. Erst mit über 40 Jahren findet sie heraus, dass sie im KZ Ravensbrück geboren wurde. Sie begibt sich auf die Suche nach ihrer eigenen Geschichte – und der ihrer leiblichen Eltern.

5. April 1944

Puppe, angefertigt von einem Häftling in Ravensbrück.

Ingelore kommt ein Jahr vor Ende des Zweiten Weltkriegs am 5. April 1944 im KZ Ravensbrück zur Welt. Davon weiß sie aber lange nichts.

Mai 1945

Kinder im Durchgangslager am Wellersberg, in dem auch Ingelore mit ihrer Mutter lebte, 1940er Jahre.

Fast genau ein Jahr später besetzt nach schweren Abwehrkämpfen die Rote Armee die Region. Am 8. Mai kapituliert Nazi-Deutschland bedingungslos und der Zweite Weltkrieg endet. In den Wirren der Nachkriegszeit landen Ingelore und ihre Mutter im DP-Lager am Wellersberg in Siegen/Westfalen.

Displaced Persons (DP) und DP-Lager

Polnische DPs/Flüchtlinge besteigen Armeelastwagen
Polnische DPs besteigen Armeelastwagen, um vom DP-Lager Nr. 17 im Hamburger Zoo in ein polnisches Nationallager zur Rückführung zu gelangen, 18. Mai 1945.

Nach dem Ende der NS-Zeit fanden die Alliierten in Deutschland rund 11 Millionen Menschen vor, die infolge des Zweiten Weltkriegs und der Verbrechen der Nationalsozialist:innen aus ihrer eigentlichen Heimat geflohen, vertrieben oder verschleppt worden waren. Diese als „Displaced Persons“ (DPs) bezeichnete Personengruppe bestand aus ehemaligen Zwangsarbeiter:innen, KZ-Häftlingen, Kriegsgefangenen, sowie einer vergleichsweise kleinen Gruppe von überlebenden Jüdinnen:Juden sowie Sinti:zze und Rom:nja. Deutsche Flüchtlinge zählten nicht dazu.

Um die Millionen von Menschen versorgen zu können, wurden Sammelzentren, sogenannte Assembly Centers oder DP-Lager, eingerichtet. Krankenhäuser, Schulen, ehemalige Kasernen, Kriegsgefangenen- und Zwangsarbeitslager oder sogar KZ wurden als Unterbringungsorte ausgewählt. Hier erhielten DPs Unterkunft, Nahrung, Kleidung und medizinische Hilfe. Zunächst dienten die Lager als vorübergehende Zufluchtsorte, welche den Menschen vor ihrer geplanten Rückführung in ihre jeweiligen Heimatländer ein Minimum an humanitärer Hilfe bieten sollten. Bis Ende September 1945 konnten bereits Millionen von DPs erfolgreich repatriiert, das heißt in ihre Heimatländer zurückgeführt werden.

Für rund eine Million DPs war das jedoch nicht möglich oder gewollt. Einige hatten ihre Heimat durch Kriegszerstörungen oder Grenzverschiebungen verloren, andere mussten dort mit erneuter Verfolgung rechnen. Dies betraf insbesondere ehemalige Gefangene aus der Sowjetunion, aber auch jüdische Überlebende, die aufgrund von anhaltenden antisemitischen Pogromen nicht in ihre Herkunftsorte in Osteuropa zurückkehren konnten. Aber auch persönliche Gründe wie die Entfremdung vom Heimatland aufgrund jahrelanger Gefangenschaft und Not spielten eine Rolle.

Silvesternacht 1947/48

Kinder im Durchgangslager am Wellersberg, 1940er Jahre.

Für eine Weile lebt Ingelore mit ihrer Mutter in dem Auffanglager. Bis ihre Mutter in der Silvesternacht 1947/48 ihre wenigen Habseligkeiten zusammenpackt und das Camp verlässt. Die dreijährige Ingelore lässt sie „böswillig“ zurück, wie es später im Amtsdeutsch heißen wird.

1948

Ein Paar nimmt Ingelore bei sich auf. Einfach so, ohne dass sie dies behördlich melden oder die beiden auf ihre Befähigung, ein Kind aufzuziehen, überprüft werden können. Ein Jahr lang bleibt sie bei dem Paar im Lipperland. Doch gut geht es ihr hier nicht. Ingelore weint viel und ist unterernährt. Sie erfährt Gewalt und wird immer wieder eingesperrt – das stille Kind sei „renitent“, sagt das Paar später. Vermutlich informieren Nachbar:innen das Jugendamt in Lemgo. Und so wird Ingelore mit starkem Untergewicht in Obhut genommen.

1949

Ingelore mit ihren Pflegeeltern Maria und Heinrich Strate. Es ist das erste Foto, das es von Ingelore gibt.

Im Alter von fünf Jahren nimmt ein älteres Ehepaar, Maria und Heinrich Strate, die kleine Ingelore bei sich auf. Bei ihren neuen Eltern wächst sie fortan in Lemgo, einer Kleinstadt in der Nähe von Bielefeld, auf.

Anfang 1950

Ingelore als Blumenmädchen bei der Hochzeit eines befreundeten Paares ihrer Pflegeeltern.

In Lemgo kann Ingelore endlich ein kindgerechtes Leben beginnen. Ihre Pflegeeltern behandeln sie gut und lieben sie „auf ihre Art“, wie Ingelore später reflektiert. Sie bringen jedoch nur wenig Verständnis dafür auf, dass sie ein so ernstes Kind ist. Ein Verständnis dafür, dass das, was ihr in ihrem kurzen Leben alles widerfahren ist, für ein Kind traumatisierend sein kann, fehlt ihnen. Insbesondere ihre Pflegemutter Maria wünscht sich Dankbarkeit dafür, dass sie und Heinrich die kleine Ingelore aufgenommen haben.

1954

Lemgo, Blick vom Kirchturm, 1952.

Am Ende ihrer Grundschulzeit bekommt Ingelore eine Empfehlung für das Gymnasium. Ihre Pflegeeltern sind skeptisch, sie selbst kommen aus dem Arbeitermilieu und haben keinen höheren Bildungsabschluss. Was, wenn Ingelore sich von ihnen entfernt? Am Ende stimmen sie zu und Ingelore darf das örtliche Lyzeum besuchen. Sie entwickelt eine Vorliebe fürs Lesen. Bücher gibt es in ihrer Familie keine.

1956

Ingelore als Jugendliche.

Je älter Ingelore wird, desto mehr treibt sie die Frage um, wer ihre leiblichen Eltern sind – und warum ihre Mutter sie vor bald zehn Jahren im Auffanglager zurückgelassen hat. Im Alter von dreizehn Jahren fragt sie ihre Pflegemutter. Und diese erzählt ihr, dass Ingelore ein uneheliches Kind ist. Ihre leibliche Mutter sei eine „schlechte Frau“ gewesen. Mehr will sie ihr nicht verraten. „Ich nehme noch viele ungesungene Lieder mit ins Grab“, sagt sie. Ingelore quält die Ungewissheit, doch Maria nimmt ihr das Versprechen ab, dass sie niemals nach ihrer leiblichen Mutter suchen dürfe. Ingelore verspricht es ihr. Aber innerlich weiß sie: Dieses Versprechen wird sie eines Tages brechen.

1960er Jahre

Der junge Klaus Prochnow, undatiert.

All die Jahre, die Ingelore in ihrer Pflegefamilie verbracht hat, konnte diese sie nicht adoptieren. Der Grund: Ihre leibliche Mutter hätte der Adoption zustimmen müssen. Wann immer das Jugendamt sie ausfindig macht, verzieht sie wieder mit unbekanntem Ziel. Erst im Jahr 1960 kann Ingelore, nun, da sie 16 Jahre alt ist, selbst ihrer eigenen Adoption zustimmen. Im Alter von 17 Jahren lernt sie den 19-jährigen Klaus Prochnow kennen. Die beiden verlieben sich. Während Klaus nach dem Abitur zum Kunststudium nach Berlin geht, beginnt Ingelore eine Ausbildung zur Versicherungskauffrau. Sie heiraten, gründen eine Familie und bekommen zwei Töchter: Gesine und Ellen.

1985

Nachträglich ausgestellte Geburtsurkunde von Ingelore,
12. Mai 1960.

In den Jahren 1985 und 1986 sterben beide Adoptiveltern von Ingelore kurz hintereinander. All die Jahre hat sie das Versprechen, das sie Maria geben musste, gehalten. Nun, da sie verstorben ist, hat Ingelore nicht länger das Gefühl, auf den Wunsch ihrer Adoptivmutter Rücksicht nehmen zu müssen. Und so beginnt sie, nach ihren Wurzeln zu forschen. Ihr erster Weg führt sie nach Detmold ins Archiv des Jugendamtes. Hier erhält sie zum ersten Mal Einsicht in ihre eigene Adoptionsakte. Sie erfährt, dass sie im Konzentrationslager Ravensbrück geboren wurde. Ingelore ist fassungslos. „Für mich war Ravensbrück immer nur ein Ortsname in meinem Ausweis. Auch nachdem ich irgendwann gelesen hatte, dass es dort eine Gedenkstätte für ein ehemaliges Konzentrationslager gibt, brachte ich das nicht mit mir in Verbindung. Ich bin nie auf die Idee gekommen, dass dort Kinder geboren wurden und ich solch ein Kind sein sollte.“ Dass Ingelore ihr erstes Lebensjahr im KZ überlebt hat, grenzt an ein Wunder.


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Schwangerschaft und Geburten im KZ

Frauen mit ihren Babys bei der Befreiung des KZ Kaufering
Überlebende Frauen mit ihren Babys bei der Befreiung des KZ Kaufering, Mai 1945. Dora Loewy mit Tochter Hannah 2. v. l.

Immer wieder wurden schwangere Frauen in Konzentrationslager deportiert, manche wurden auch während ihrer Haft durch Zwangsprostitution und Vergewaltigungen schwanger. Es war ihnen selten möglich, die Schwangerschaft auszutragen und das Neugeborene am Leben zu halten. Wenn das SS-Personal von der Schwangerschaft erfuhr, brachte das die Frauen in akute Lebensgefahr, da sie als „arbeitsunfähig“ galten und somit nicht mehr als „nützlich“ angesehen wurden. Viele versuchten deshalb, ihre Schwangerschaft zu verbergen, was einigen auch gelang. Sie arbeiteten genauso hart wie ihre Mitgefangenen, was nicht selten zu Fehlgeburten führte. Einige Frauen wurden auch zum Schwangerschaftsabbruch gezwungen. In Konzentrations- und Vernichtungslagern wie Auschwitz wurden schwangere Frauen üblicherweise direkt nach ihrer Ankunft systematisch ermordet. Nur wenigen gelang es an diesen Orten, ihr Leben und das ihres ungeborenen Kindes zu retten. Dora Loewy war eine, die das schaffte: Sie überzeugte den gefürchteten Lagerarzt Dr. Josef Mengele an der Rampe, dass sie nicht schwanger sei, und brachte ihre Tochter Hannah später im KZ Kaufering, einem Außenlager Dachaus, zur Welt. Auch anderen Frauen gelang es, unter den unmenschlichen Bedingungen in den Lagern zu gebären.


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Der Geburtenblock im KZ Ravensbrück

Seiten Geburtenbuch
Einträge im Geburtenbuch des KZ Ravensbrück.

Im KZ Ravensbrück wurde ein eigener Geburtenblock geschaffen. Kindgerechte Lebensbedingungen gab es jedoch keineswegs und der Großteil der Neugeborenen verstarb bereits in den ersten Wochen und Monaten nach der Geburt. Die vom Lageralltag und Hunger geschwächten Mütter konnten ihre Säuglinge in der Regel nicht ausreichend ernähren. Viele konnten keine Milch produzieren, Säuglingsnahrung und Medizin gab es keine. Die Frauen mussten Windeln aus Lumpen und Stoffresten herstellen. Rund 900 Kinder kamen im KZ Ravensbrück auf die Welt. Nur die wenigsten von ihnen überlebten.

Die Überlebende Hanna Wasiliczenko-Lubisz erinnert sich: „Täglich starben durchschnittlich acht Säuglinge. (…) Die SS-Oberschwester gab uns keine Arznei, erlaubte uns nicht, die Windeln zu trocknen, so dass wir es heimlich taten und zwar im Block, wo Häftlinge mit ansteckenden Krankheiten lagen; denn hier traute sich die SS nicht hinein. In diesen furchtbaren Verhältnissen lebten die Kinder einige Tage bis zu einem Monat. (…) Eine Woche nach der Entbindung wurde die Mutter ohne Kind auf den Block gelassen, wo auf sie keine Rücksicht mehr genommen wurde. (…) Was diese Mütter durchgemacht haben, kann man mit Worten nicht beschreiben. Die Mutter sah, wie sich ihr Kind von Tag zu Tag veränderte, wie aus einem frischen Kindergesicht ein Greisengesicht wurde, der Körper bedeckt mit Wunden und Geschwüren. Die Mutter eines heute noch gesunden Babys wusste, wie ihr Kind morgen aussehen würde. Sie war vollkommen machtlos (…).

12. April 1986

Suchaufruf „Wer und wo ist meine Mutter?“ in den „Ravensbrückblättern“ aus dem Jahr 1986.

Ingelore gibt nicht auf. Dann kommt ihr der Zufall zu Hilfe. In der Tageszeitung erfährt sie von einem Vortrag über das KZ Ravensbrück, gehalten von Gertrud Müller, der Vorsitzenden der Lagergemeinschaft. Sie fährt mit Klaus hin und spricht Getrud an. Sie schlägt ihr vor, einen Aufruf in den „Ravensbrückblättern“ zu veröffentlichen. Ingelore stimmt zu. Und tatsächlich: Ihre leibliche Mutter Renate Rohde nimmt am 12. April 1986 über die Redaktion Kontakt zu ihr auf.

Sommer 1986

Brief von Renate Lutz (geb. Rohde) an die Redaktion der „Ravensbrückblätter“ vom 12. April 1986, Seite 4.

Renate lebt inzwischen in Stuttgart und erklärt sich bereit, ihre Tochter zu treffen. Vor der ersten Begegnung ist Ingelore aufgeregt. Als Kind hat sich Ingelore immer wieder versucht vorzustellen, wie ihre Mutter wohl aussieht. Sie hat so viele Fragen, die sie ihrer Mutter gerne stellen möchte. Wie war das damals, ein Kind in Ravensbrück zu bekommen? Wie konnte Renate sie versorgen? Wo hat sie mit der kleinen Ingelore die erste Zeit nach der Befreiung verbracht? Warum hat ihre Mutter sie zurückgelassen? Und vor allem: Was kann sie Ingelore über ihren leiblichen Vater erzählen? Trotzdem ist sie vorsichtig. Renates Antwort auf ihre Suchanfrage enthält zahlreiche Ungereimtheiten. In dem Schreiben steht, Renate habe sie jahrelang gesucht. Das kann aber nicht stimmen, immerhin hat das Jugendamt immer wieder versucht, sie wegen Ingelores Adoption zu kontaktieren.

Etwas später

Renate Rohde auf der Liste der Neuzugänge im
KZ Ravensbrück vom 1. Dezember 1943 mit dem Vermerk "Verk. m. Polen".

Und endlich ist es so weit. Am Essener Hauptbahnhof treffen die beiden zum ersten Mal seit der Silvesternacht 1947/48 aufeinander. Die Begegnung läuft jedoch nicht so ab, wie Ingelore es sich gewünscht hat. Renate zeigt kein Interesse an ihr. Sie erzählt viel über sich selbst, fragt aber kein einziges Mal nach, wie es Ingelore in all der Zeit ergangen ist. Und auch ihre vielen Fragen beantwortet sie kaum. Über ihren leiblichen Vater sagt sie nur, dass er ein polnischer Zwangsarbeiter gewesen sei. „Joseph, Warschau“, das sind die einzigen beiden Anhaltspunkte, die sie ihr nennt. Ingelore bricht das Treffen ab. Sie ist so enttäuscht, dass sie einfach nur dasitzt und fürchterlich weint. Ihr ist klar, dass dieses Treffen das Ende vieler Hoffnungen ist. Sie fährt zurück nach Hause und versucht, die Begegnung zu verarbeiten.

Die Kriminalisierung von Beziehungen
zwischen Deutschen und Ausländern

Polenabzeichen P
“Polenabzeichen” für polnische Zwangsarbeiter:innen.

Die Nationalsozialist:innen kriminalisierten (sexuelle) Beziehungen zwischen Deutschen und den von ihnen so bezeichneten “Fremdvölkischen”. Dahinter stand eine irrationale Angst vor der Schwächung der “deutschen Rasse”, wenn sie mit “fremdvölkischen Rassen” vermischt würde. Der “Verkehr mit Fremdvölkischen” wurde deshalb verboten. Die Strafe für die betroffenen Männer bestand im schlimmsten Fall aus der öffentlichen Hinrichtung.

Betroffene Frauen wurden in der Regel zu Gefängnishaft verurteilt und nach Absitzen dieser Haft in Konzentrationslager deportiert. Aufgrund eines Befehls Hitlers vom September 1939 wurden die Frauen neben der Strafverfolgung auch in besonders demütigender Weise behandelt. Ihnen wurde der Kopf geschoren und manche wurden öffentlich gedemütigt. Ihnen wurden Tafeln um den Hals gehängt, auf denen ihr “Verbrechen” auf verhöhnende Weise beschrieben stand, und wurden so durch die Straßen ihres Heimatortes geführt. Damit griffen die Nazis auf eine mittelalterliche Strafpraxis zurück, das „Anprangern“. Nach dem Krieg ging die Diskriminierung für viele betroffenen Frauen weiter, die als “Polenliebchen” verunglimpft wurden.

Winter 1986

Straßengastronomie in Stuttgart.

Gertrud Müller, die Vorsitzende der Lagergemeinschaft Ravensbrück, vermittelt zwischen Ingelore und Renate und arrangiert ein weiteres Treffen, dieses Mal in Stuttgart. Auch wenn Renate nicht die Mutter ist, die sich Ingelore in ihrer Kindheit vorgestellt und ersehnt hat, will sie noch nicht aufgeben. Denn wie soll sie mehr über ihren Vater und ihre eigene Geschichte erfahren, wenn Renate ihr nicht hilft? Ingelores Mann Klaus begleitet sie als Vermittler. Als sie am Treffpunkt in Stuttgart ankommen, ist Renate schon da. Statt einer Begrüßung fragt sie aber nur: „Müsste ich Sie kennen?“ Auch dieses Treffen endet, ohne dass Ingelore und Renate eine Beziehung zueinander aufbauen können. Sie erinnert sich: „Sie wollte mich nicht, und ich wollte nicht vergessen, was sie erlebt hatte. Ich dachte, dass uns das besonders verbinden würde.“ Die Erkenntnis, dass ihre Mutter nichts von ihr wissen will, ist schmerzhaft. Ingelore entschließt sich, ihre Spurensuche allein und ohne Renates Hilfe fortzusetzen. Mit den Angaben ihrer Mutter, „Joseph, Warschau“, versucht sie, in allen umliegenden ehemaligen Konzentrationslagern ihren Vater ausfindig zu machen. Ohne Erfolg. Immer wieder erhält sie die Antwort, dass es ausgeschlossen sei, ihn mit diesen wenigen Anhaltspunkten aufzuspüren.

Ingelores Mutter Renate Rohde

Porträt von Renate Lutz
Renate Lutz (geb. Rohde) im Jahr 1990.

Frieda Renate Rohde kam am 15. September 1924 in Halle/Saale zur Welt. Während des Zweiten Weltkriegs war sie arbeitsdienstpflichtig auf einem Bauernhof in Welsleben. Im Sommer 1943, im Alter von 18 Jahren, wurde sie verhaftet. Der Vorwurf: “Verkehr” mit einem polnischen Zwangsarbeiter, der auf demselben Bauernhof wie sie arbeitete. Renate sagte später, er sei ein „guter Mann“ gewesen. Als sie im Dezember 1943 ins KZ Ravensbrück verschleppt wurde, war sie im fünften Monat schwanger. Am 5. April 1944 brachte sie dort eine Tochter zur Welt: Ingelore. Als die Rote Armee im Frühjahr 1945 immer weiter vorrückte, schickte die SS Renate mit der kleinen Ingelore auf den Todesmarsch in Richtung Malchow. Zwischen dem 2. und 3. Mai wurden sie von den Alliierten befreit. Über Umwege kamen sie in einem Auffanglager in Siegen unter, welches Renate in der Silvesternacht 1947/48 jedoch ohne ihre Tochter verließ. Ihre Beweggründe lassen sich heute nicht mehr nachvollziehen. Ingelore sagt heute darüber: „Vielleicht wollte sie ein eigenes Leben führen, ohne ein kleines Kind an der Hand.“


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1990

Ingelore (1. Reihe, 2. v. l.) mit weiteren (im KZ geborenen) Kindern beim „Kindertag“ in Fürstenberg, April 2002.

Nach dem Mauerfall liegt die Gedenkstätte Ravensbrück nicht mehr hinter dem Eisernen Vorhang, sondern ist nur noch eine rund fünfstündige Autofahrt von Bielefeld entfernt. Und so macht sich Ingelore im Jahr 1990 auf den Weg zu ihrem Geburtsort. Fast jedes Jahr fährt sie seitdem hin und nimmt an der alljährlichen Befreiungsfeier im April teil. Hier trifft sie zum ersten Mal auf die Frauen, die damals im KZ dafür gesorgt haben, dass Ingelore überleben konnte. Denn Renate hätte sie unmöglich allein versorgen können. Auch sie ist bei den Gedenkfeiern vor Ort, aber Ingelore geht ihr aus dem Weg. Als Ingelore bei einer der Feiern weinen muss, nimmt eine der überlebenden „Lagermütter“ sie in den Arm. „Du musst nicht weinen, hier in Ravensbrück hast du viele Mütter gehabt – deine junge Mutter hätte dich nicht allein am Leben halten können, da hat der ganze Block mitgeholfen. Frauen haben dich gewärmt, in den Arm genommen, sich Essen vom Mund abgespart, dich mit Stofffetzen zugedeckt, versteckt, getröstet. Dein erstes Lebensjahr hier war vielleicht gar nicht das schlechteste.“ Wann immer sie Ingelore sehen, freuen sie sich: „Da kommt unser Kind!“

„Hier in Ravensbrück hast du
viele Mütter gehabt.“

Ingelore mit Jewgenia Boiko
Ingelore und Klaus mit der ebenfalls im KZ geborenen Ukrainerin Jewgenia Boiko. Seit Beginn des Ukraine-Krieges unterstützt Ingelore die in Saporischschja lebende Eugenia finanziell.

Als „Lagermütter“ kümmerten sich die inhaftierten Frauen gemeinsam um die Versorgung der Kinder im KZ Ravensbrück. Sie beschafften Nahrung und Kleidung und spendeten nach Kräften Wärme und Zuneigung. Ihrer Menschlichkeit und ihrem Zusammenhalt ist es zu verdanken, dass einige wenige Kinder trotz der lebensfeindlichen Bedingungen im Lager überlebten. In Ravensbrück überlebte neben Ingelore noch ein weiteres Kind, das 1944 im KZ geboren wurde: Eugenia Boiko. Die wenigen weiteren im KZ geborenen Kinder, die überlebten, kamen erst kurz vor der Befreiung zur Welt und hatten dadurch bessere Überlebenschancen.

2001

Renate mit Ehemann in Stuttgart, 19. Januar 1962.

Im Jahr 2001 verstirbt Renate. Ingelore nimmt Kontakt zu einem Neffen ihrer Mutter auf und erhält von ihm Zutritt zu Renates Wohnung. Sie sucht nach Spuren von sich selbst. Hat ihre Mutter etwas von ihr aufbewahrt, vielleicht eine kleine Mütze oder ein Foto von ihr? Doch bis auf einen Romanentwurf von Renate, in welchem sie Ingelore erwähnt, sowie ein Adressbuch mit ihrer Telefonnummer findet sie nichts. Dass ihr Tod für Ingelore den Weg zu ihrem Vater öffnet, erfährt sie erst zehn Jahre später.

2001

Entscheidungsbenachrichtigung an Ingelore über ihre Entschädigung, 19. März 2004.

Im selben Jahr nimmt Ingelore Kontakt zum  Bundesverband Information & Beratung für NS-Verfolgte e.V auf. Für ihre Zeit im KZ möchte sie eine Entschädigung beantragen. Ihren Antrag reicht sie bei der „International Organization for Migration“ (IOM), einer Partnerin der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung, Zukunft“ (EVZ), ein. Drei Jahre nach Antragstellung erhält sie eine Entschädigung in Höhe von rund 7.700 Euro. Ingelore und Klaus haben für ihren Lebensabend genug Geld, findet sie. Deshalb nutzt sie das Geld aus der Entschädigungszahlung, um Projekte und Organisationen zu unterstützen, die sich für NS-Verfolgte einsetzen oder Erinnerungsarbeit leisten.

2011

Grabstein von Jan Gawrońsky und seiner Frau Ewa.

Jahrelang glaubt Ingelore, ihre Spurensuche sei zu Ende. Doch dann, an ihrem 67. Geburtstag, führt sie der Weg nochmal mit ihrem Mann Klaus in das Archiv nach Bad Arolsen. Und sie erfährt: Ihre Mutter hatte die Akte sperren lassen, aus der der Name von Ingelores Vater hervorging. Die Mitarbeiter:innen des Archives durften ihr bis zu Renates Tod keine Auskunft über ihn erteilen. Erst als ihnen die Sterbeurkunde von Renate vorliegt, können sie Ingelore weiterhelfen. Endlich lernt sie den vollständigen Namen ihres Vaters: Jan Gawrońsky. Für ein Kennenlernen zwischen Vater und Tochter ist es allerdings zu spät. Jan ist bereits im Jahr 1996 in Polen verstorben. Hätte Renate die Akte nicht sperren lassen, hätte Ingelore bereits 1986 seinen Namen und sogar seine Adresse erhalten und mit ihm Kontakt aufnehmen können. Später überlegt sie:

[N]atürlich weiß ich nicht, ob es gut gegangen wäre, wenn ich ihn getroffen hätte. Inzwischen weiß ich, dass es noch einen Sohn gibt, also einen Halbbruder von mir, und auch Enkelkinder. [Sein zweiter Sohn ist 2001 verstorben.] Ich habe es aber unterlassen, den Kontakt zu diesem Teil meiner Familie aufzunehmen. Denn nach den Erfahrungen mit meiner Mutter scheue ich eine neuerliche Ablehnung. Ich habe aber eine polnische Historikerin, die ich in Ravensbrück kennengelernt habe, beauftragt, vor Ort zu recherchieren. Sie hat das Grab meines Vaters ausfindig gemacht und mit dem lokalen Pfarrer gesprochen. Sie hat ihm von meiner Spurensuche erzählt, und er sah den guten Ruf meines Vaters über den Tod hinaus gefährdet. Durch mich, eine uneheliche deutsche Tochter.

INGELORES VATER JAN GAWRONSKI

Jan Gawronski
Foto von Jan Gawroński, nicht datiert.

Jan Gawrońsky, geboren am 15. Juni 1909, war polnischer Soldat und geriet im Jahr 1939 in deutsche Kriegsgefangenschaft. 1942 wurde er in den „Zivilarbeiterstatus“ überführt und zur Zwangsarbeit auf dem Bauernhof der Familie Bunge in der Bierer Straße 3 in Welsleben eingesetzt. Hier lernte der 33-jährige Renate kennen. Beide wurden denunziert und verhaftet. Ihm wurde ein Verhältnis mit einer „deutschen Frau“ vorgeworfen. Jan kam ins Polizeigefängnis nach Magdeburg. Während Renate ins KZ Ravensbrück deportiert wurde, kam Jan zunächst ins KZ Sachsenhausen, dann ins SS-Sonderlager Hinzert bei Trier.


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2011

Ingelore mit dem ebenfalls im KZ Ravensbrück geborenen Guy Poirot (*11. März 1945) vor der von ihr gestifteten Gedenktafel in Ravensbrück.

Im Jahr 2011 wird auf Ingelores Initiative in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück eine Gedenktafel für die Kinderhäftlinge angebracht. Die Gedenktafel finanziert sie aus der Entschädigungszahlung, die sie erhalten hat. In den Folgejahren entsteht über Ingelores Geschichte ein Dokumentarfilm. Dafür reist sie gemeinsam mit ihrem Mann Klaus und Heika Rode von der Lagergemeinschaft Ravensbrück nach Welsleben, um auf Spurensuche zu gehen. Denn im Archiv in Bad Arolsen hat Ingelore noch mehr als nur den Namen ihres leiblichen Vaters Jan in Erfahrung bringen können. Renate hatte ihr einen falschen Namen des Bauern gegeben, bei dem sie Jan kennengelernt hatte. Statt „Müller“ heißt die Bauernfamilie „Bunge“. In Welsleben steht sie mit Heika und Klaus vor einem Wohnhaus, an dessen Stelle früher der Bauernhof stand, auf dem sich ihre Eltern kennengelernt haben. Ein paar Jahre später erscheint der Film „Geboren in Ravensbrück“.

20. September 2019

Ingelores Tochter Ellen Prochnow vor ihrer Erkrankung.

Ingelore hatte keinen guten Start ins Leben. Die frühkindlichen Erfahrungen von Hunger, Kälte, Gewalt und Angst haben ihr Leben dauerhaft geprägt. Und auch wenn sie, wie sie sagt, „ihr Leben in den Griff bekommen hat“, trifft sie und Klaus am 20. September 2019 ein schwerer Schicksalsschlag. Ihre jüngere Tochter, Ellen, stirbt im Alter von nur 50 Jahren an den Folgen einer Essstörung. Über zwei Jahrzehnte hat Ellen mit der Krankheit gekämpft und therapeutische Hilfe in Anspruch genommen. „Über 500 Therapiestunden“, sagt Ingelore. Helfen konnte Ellen jedoch niemand. Ingelore erfährt von einem der behandelnden Therapeut:innen, dass Ellens Erkrankung möglicherweise auf eine transgenerationale Traumatisierung zurückzuführen ist.

Transgenerationale Folgen von Trauma

Zeichnung der Überlebenden Maria Hiszpańska-Neumann aus dem KZ Ravensbrück.
Zeichnung der Überlebenden Maria Hiszpańska-Neumann aus dem KZ Ravensbrück.

Für Überlebende der Verfolgung war es nicht einfach möglich, die NS-Zeit nach Kriegsende hinter sich zu lassen. Viele von ihnen leben bis heute mit den Auswirkungen der Traumatisierungen – und haben die unverarbeiteten Gefühle an ihre Nachkommen vererbt. Diese unverarbeiteten Gefühle wie Angst und Scham, Trauer und Schmerz, die aus Traumata entstehen, können z. B. durch Verhaltensweisen über mehrere Generationen weitergegeben werden. Für die Nachkommen fühlt es sich dann so an, als hätten sie das Trauma selbst erlebt. Diese Weitergabe geschieht oft unbewusst und beeinflusst das Leben der nachfolgenden Generationen.

Es gibt Hinweise darauf, dass Traumata sogar Veränderungen am Erbgut auslösen können. Dabei spricht man von „epigenetischen Veränderungen“. Chemische Gruppen werden an die DNA gehängt und auch wieder entfernt. Auf diese Weise wird reguliert, wie aktiv ein Gen ist. Diese epigenetischen Veränderungen können zu psychischen Belastungen in Folgegenerationen führen. So sind Nachkommen von NS-Verfolgten womöglich anfälliger für Angststörungen, Depressionen und psychosomatische Symptome. Die Folgen der Traumatisierungen aus der NS-Zeit leben in vielen Nachkommen fort und sind bis heute Teil ihrer Lebensrealität. Um diese zu verstehen und zu bewältigen, ist die anhaltende Auseinandersetzung mit der Geschichte dringend notwendig.

2023

Poster des Projekts „trotzdem da!“ der Gedenkstätte Sandbostel.

Jan Dohrmann, ein wissenschaftlicher Mitarbeiter der Gedenkstätte Sandbostel, nimmt Kontakt zu Ingelore auf. Er fragt, ob sie bereit wäre, bei einem Forschungsprojekt zu verbotenen Beziehungen zwischen Deutschen und Kriegsgefangenen mitzumachen. Ingelore sagt zu und wird Teil des Projekts „Trotzdem da!“. Der Kontakt zu den anderen Projektteilnehmer:innen, die ebenfalls aus “verbotenen” Beziehungen stammen, hilft ihr. „Jetzt fühle ich mich nicht mehr so allein mit meinen Verletzungen“, sagt sie in einem Interview.

2025

Ingelore vor einem der Ordner voller Ergebnisse ihrer jahrelangen Recherche, 2025.

Inzwischen sind es 59 Jahre, die Ingelore und Klaus verheiratet sind. In all den Jahren der Suche nach ihren leiblichen Eltern war Klaus ihr eine große Stütze. Und auch in den letzten beiden Jahrzehnten, in denen es für Ingelore immer wieder ein großer Schritt war, in die Öffentlichkeit zu treten und ihre Geschichte zu erzählen, ist Klaus an ihrer Seite. Das alles kostet sie viel Kraft, die sie auch für andere Dinge braucht. Denn Zuhause muss Ingelore Klaus inzwischen pflegen. Und auch ehrenamtlich ist sie mit ihren 81 Jahren noch aktiv. Aber das Interesse an ihrer Geschichte ist groß. Immer wieder wird sie für Interviews oder Reden angefragt. Am 4. Mai 2025 hält Ingelore anlässlich des 80. Jahrestages der Befreiung des Frauen-Konzentrationslagers Ravensbrück eine Rede: „Ich bin auch eine Überlebende, jedoch eine Zeitzeugin ohne eigene Erinnerung.“

Autorin: Sarah Frecker

Vielen Dank
Wir bedanken uns bei Ingelore Prochnow für ihr Engagement, das Interview und die Möglichkeit, ihre Geschichte erzählen zu dürfen.

Hinweis:
Trotz großer Recherchebemühungen ist es uns nicht gelungen, für einige der verwendeten Bilder Urheber:innen bzw. Rechteinhaber:innen ausfindig zu machen. Sollten Sie Rechte an einem der verwendeten Bilder innehaben, melden Sie sich bitte bei uns unter info@nsberatung.de.

WEITERE FÄLLE

Ilse
Heinrich

Alfred
Wödl

Maria
Potrzeba

Trude
Nohr

Marie-Claude
Vaillant-Couturier

PRIMÄRQUELLEN

Häftlingsakte des Konzentrationslagers Sachsenhausen von Gawronski, Jan, 01.07.40-12.11.44, 1.1.38.1, ITS Digital Archive, Arolsen Archives.

Interview mit Ingelore Prochnow, geführt am 12.03.2025.

Such- und Bescheinigungsvorgang Nr. 1.090.503 für DEDIRNA, FRIEDA [Renate Rohde] geboren 15.09.1924, 6.3.3.2 / 111622071–111622098, ITS Digital Archive, Arolsen Archives.

Such- und Bescheinigungsvorgang Nr. 137.418 für GAWRONSKI, JAN geboren 15.06.1909, 6.3.3.2 / 85784644–85784673, ITS Digital Archive, Arolsen Archives.

ONLINEQUELLEN

Hertell, Jule von, „Geboren in Ravensbrück“ mit Ingelore Prochnow, Heika Rode und Klaus Prochnow (2021): docupasion.de

Landeszentrale für politische Bildung NRW / lpbnrw, Die Frauen von Ravensbrück, Regie: Loretta Walz (2005): youtube.com

Pädagogische Dienste der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück, Arbeitsblatt zur Projektarbeit in der Gedenkstätte Ravensbrück, „Kinder in Ravensbrück“ (2019): ravensbrueck-sbg.de

Stiftung Lager Sandbostel ǀ Gedenkstätte Lager Sandbostel, trotzdem da! – Kinder aus verbo­te­nen Beziehungen zwischen Deutschen und Kriegsgefangenen oder Zwangsarbeiter*innen: trotzdemda.de

Yad Vashem – Internationale Holocaust Gedenkstätte, Artikel “Eure sieben Babys müssen wir retten!” Geburten im KZ Kaufering (2024): yadvashem.org

SEKUNDÄRLITERATUR

Amesberger, Helga / Auer, Katrin / Halbmayr, Brigitte, Sexualisierte Gewalt. Weibliche Erfahrungen in NS-Konzentrationslagern, Wien 2016.

Bildungsportal NS-Zwangsarbeit, Displaced Persons und Rückkehr (o. J.), online verfügbar: bildung-ns-zwangsarbeit.de.

Devulder, Valentine, „Du hast Glück, die lassen die Babys am Leben!“ Das Schicksal der schwangeren Französinnen in Ravensbrück, in: Gilzmer, Mechthild / Sprute, Hannah (Hg.), Frauen aus Frankreich im KZ Ravensbrück (1942–1945). Deutsch-Französische Forschungsperspektiven, Berlin 2023, S. 242–255.

Gruberová, Eva/Zeller, Helmut, Geboren im KZ. Sieben Mütter, sieben Kinder und das Wunder von Kaufering I, 4. Aufl. München 2024.

Henkel, Knut, „Geschützt von den Lagermüttern“. Interview mit Ingelore Prochnow, in: nd (17.10.2024), online verfügbar: nd-aktuell.de.

Höschler, Christian, Displaced Persons (DPs) im Nachkriegseuropa: Überblick und Forschung, in: Dies. (Hg.), Zweierlei Suche. Fundstücke zu Displaced Persons in Arolsen nach 1945, Bad Arolsen 2019, S. 13–26.

Institut für Konfliktforschung, Wien, ÖsterreicherInnen im KZ Ravensbrück. Geburten und Kinder (o. J.): ravensbrueckerinnen.at.

Lagergemeinschaft Ravensbrück Freundeskreis e. V. (Hg.), Kinder von KZ-Häftlingen – eine vergessene Generation, Münster 2011.

Lange, Carmen, Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald
nach umfassender Neugestaltung wieder eröffnet (o. J.), online verfügbar: gedenkstaettenforum.de.

Moré, Angela, Transgenerationale Weitergabe, socialnet Lexikon (10.12.2024), online verfügbar: socialnet.de.

Schröder, Stefan, „Sanitary conditions unsatisfactory – Gesundheitsbedingungen unzulänglich“ Befreite ausländische Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter (DPs) in Warendorfer Lagern 1945–1946, in: Westfälische Zeitschrift 150, 2000, S. 167–188, online verfügbar: lwl.org.

Wetzel, Juliane, Displaced Persons (DPs), in: Historisches Lexikon Bayerns (26.03.2013), online verfügbar: historisches-lexikon-bayerns.de.

BILDQUELLEN

65th anniversary of the liberation of Ravensbrück

Berg, Matthias, Survivors mark the 65th anniversary of the liberation of Ravensbrück concentration camp, 18. April 2010, online verfügbar: flickr.com, Lizenz: CC BY-ND 2.0.

Brief Renate Rohde 4

Renate Rohde, Schreiben an die Redaktion der „Ravensbrückblätter“ vom 12. April 1986, © Privatbesitz Prochnow.

Displaced Persons and Refugees in Germany

Mapham, Jim, Displaced Persons and Refugees in Germany, Hamburger Zoo, 18. Mai 1945, IWM (BU 6643), IWM Non-Commercial licence.

Doll made by prisoner in Ravensbrück

Künstler:in unbekannt, Doll made by prisoner in Ravensbrück, United States Holocaust Memorial Museum Collection # 1995.128.10, Gift of Ilya Kamenkovitch, no restrictions on use.

DP Lager Wellersberg 1

Nies, Walter, Im Durchgangslager am Wellersberg, 1940er Jahre, StALP, AB Nies 0823 e 018.

DP Lager Wellersberg 3

Nies, Walter, Im Durchgangslager am Wellersberg, 1940er Jahre, StALP, AB Nies 0823 q 053.

Eingangsliste KZ Ravensbrück Renate Rohde

Inhaftierungsdokumente KZ Ravensbrück, 1. Dezember 1943, 3765264, ITS Digital Archive, Arolsen Archives / Panstwowe Muzeum w Oswiecimiu (Staatliches Museum in Auschwitz).

Ellen Prochnow

Ellen Prochnow, undatiert, © Privatbesitz Prochnow.

Entschädigungsentscheid

IOM, Entscheidungsbenachrichtigung über die Entschädigung für Sklavenarbeit, 19. März 2004, © Privatbesitz Prochnow.

Geburtsurkunde Ingelore

Geburtsurkunde von Ingelore Prochnow, 12. Mai 1960, © Privatbesitz Prochnow.

Grabstein Jan Gawrońsky

Grabstein von Jan Gawrońsky, © Privatbesitz Prochnow.

Ingelore als Blumenmädchen

Ingelore als Blumenmädchen, © Privatbesitz Prochnow.

Ingelore als Jugendliche 1

Ingelore als Jugendliche, © Privatbesitz Prochnow.

Ingelore als Jugendliche 2

Ingelore als Jugendliche, © Privatbesitz Prochnow.

Ingelore mit Adoptiveltern

Ingelore mit Adoptiveltern, © Privatbesitz Prochnow.

Ingelore mit Guy Poirot

Ingelore Prochnow mit Guy Poirot vor der Gedenktafel für die in das KZ verschleppten oder dort geborenen Kinder in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück, 2011, © Privatbesitz Prochnow.

Ingelore mit ihren Rechercheergebnissen

Ingelore Prochnow im Jahr 2025, © Bundesverband.

Ingelore mit Jewgenia Boiko

Eugenia Boiko mit dem Ehepaar Prochnow, © Privatbesitz Prochnow.

Jan Gawroński

Autor:in unbekannt, Foto von Jan Gawroński, Such- und Bescheinigungsvorgang Nr. 137.418 für GAWRONSKI, JAN geboren 15.06.1909, 6.3.3.2 / 85784655, ITS Digital Archive, Arolsen Archives.

Kinder von Ravensbrück

Autor:in unbekannt, Teilnehmer:innen des „Kindertags“ vor dem Freizeit-Hotel in Fürstenberg, im April 2002, © Privatbesitz Prochnow.

Klaus Prochnow

Autor:in unbekannt, Klaus Prochnow, undatiert, © Privatbesitz Prochnow.

Lemgo-Ansichten aus den 50er Jahren_1

Autor:in unbekannt, Blick vom Kirchturm St. Nicolai Richtung Osten über die Mittelstraße, 1952, StaL N 19 / L 1 / 037, online verfügbar: flickr.com, Lizenz: CC BY-ND 2.0.

Lemgo-Ansichten aus den 50er Jahren_2

Autor:in unbekannt, Lemgo-Ansichten aus den 1950er Jahren, StaL, online verfügbar: flickr.com, Lizenz: CC BY-ND 2.0.

Millionen Dokumente im Archiv

Autor:in unbekannt, Millionen Dokumente im Archiv, © Arolsen Archives.

Mütter_KZ Kaufering 1

Group portrait of Hungarian Jewish mothers and their infants in a Dachau sub-camp in Germany, Mai 1945, United States Holocaust Memorial Museum, #75033. Courtesy of William and Dorothy McLaughlin.

Polenabzeichen

Wikimedia/Sjam2004, Polenabzeichen, online verfügbar: wikimedia.org, Lizenz: CC-BY-SA 3.0.

Renate mit Ehemann

Foto Kilgus, Renate mit Ehemann, Stuttgart, 19. Januar 1962, © Privatbesitz Prochnow.

Renate Rohde

Autor:in unbekannt, Renate Rohde, undatiert, © Privatbesitz Prochnow.

Seiten Geburtenbuch

Auszug aus dem Geburtenbuch des KZ Ravensbrück, © Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück.

Stuttgart, Straßengastronomie

Autor:in unbekannt, Stuttgart, Straßengastronomie, Juni 1988, Bundesarchiv, B 145 Bild-F078961-0011, online verfügbar: wikimedia.org, Lizenz: CC-BY-SA 3.0.

Suchaufruf Lagerblätter Ravensbrück

Suchaufruf „Wer und wo ist meine Mutter?“ in den „Ravensbrückblättern“, 1986, © Privatbesitz Prochnow.

V3251 E1

Hiszpańska-Neumann, Maria, Tuschzeichnung ihrer Eindrücke aus dem KZ Ravensbrück, undatiert, © Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück, V3251 E1.